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Die Geschichte der Galerie Rostocker Hof:

oben: Ein solcher Blick auf die Fassaden des Rostocker Hofes war den Hansestädtern und Gästen seit gut zwei Jahren durch Bauzäune, Ta- feln, Einzäunungen und Sper-rungen getrübt.

(OZ-Foto: K.M.)

Mehrere Eigentümer bestimmen die Geschichte des Rostocker Hofes. 1888 eröffnet, erwarb 1889 der Hotelier Max Hoth das gastliche Haus. Zehn Jahre später ging das Hotel in die Hände von Heinrich Wachtendorf. Er führte es bis 1913, mußte dann aber aufgeben. Krankheit und wirtschaftlicher Ruin bewogen Wachtendorf, Konkurs anzumelden. Der Rostocker Hof hatte zu jener Zeit bereits über 50 Betten.

Otto Freitag übernahm das Haus und gab hier über 32 Jahre lang den Ton an. Er war seit 1901 Oberkellner im Restaurant und wurde dann auch als Hotelier geschätzt. "Zusammen mit seiner Ehefrau packte unser Onkel Otto Freitag beherzt die Sanierung des Hotels an. Der Rostocker Hof war sein Lebenswerk", so Hermann Freitag aus Hamburg im Jahre 1991 in einem Brief an die OSTSEE-ZEITUNG.

1927 verfügte das Haus nach Um- und Neubau über 60 Zimmer mit 80 Betten sowie zentraler Heizung und Warmwasserversorgung. Es war das Hotel Nummer eins in der See- und Hafenstadt Rostock. Auch das Restaurant und der Ballsaal standen Hotelgästen, Rostockern, Geschäftsleuten und Vereinen offen.

Als am 1. Mai 1945 die Rote Armee einzog, gingen auch die Lichter des Rostocker Hofes aus. Kommandantur, Volkshaus, Parteizentrale der SED Kreis Rostock, Stasi-Dienstgebäude und schließlich Uni-Bibliothek waren Stationen. Die Bausubstanz indes wurde immer maroder. Bis auf die denkmalgeschützten und restaurierten Fassaden wurde nun ein neuer Rostocker Hof als Galerie-Ensemble aufgebaut.

links: Diese Aufnahme ist 107 Jahre alt. Hoch oben haben sie sich anläßlich des Richtfestes 1888 aufgestellt, die Zimmerleute, die den Dachstuhl des Rostocker Hofes am damaligen Hopfenmarkt errichteten. Noch im gleichen Jahr wurde das einstmals erstklassige Haus eröffnet.
(Foto: Archiv)